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Schiffsführerausweis – Theorie Motorboot & Segelschiff (A, D)

Theorie für den Schiffsführerausweis Kat. A (Motorboot) und Kat. D (Segelschiff): Lichter, Schallzeichen, Tafeln, Vortritt, Seemannschaft – mit einer oder zwei richtigen Antworten wie an der Prüfung.

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Prüfungsformat und Simulation

Jede Frage hat drei Antworten, von denen eine oder zwei richtig sind. Jede falsch angekreuzte und jede fehlende richtige Antwort zählt einen Fehlerpunkt.

Die Theorieprüfung ist nach den Angaben der Schifffahrtsämter für die Kategorien A und D dieselbe. Zur Prüfungszeit haben wir unterschiedliche Angaben gefunden: mehrere kantonale Stellen nennen 50 Minuten, eine kantonale Seite 45 Minuten. Die Simulation rechnet mit 50 Minuten – erkundige dich bei deinem Schifffahrtsamt. Die Simulation «Kat. A» zieht nur Fragen, die für Motorboote gelten, die Simulation «Kat. D» nur Fragen, die für Segelschiffe gelten. Weil die amtliche Prüfung beide Bereiche abfragen kann, lohnt es sich, die Themen «Motorboot» und «Segeltechnik» beide zu lernen. Die besonderen Vorschriften für Untersee und Rhein sind nicht Teil des Kurses.

Stand der Angaben: Oktober 2026. Prüfungsregeln können ändern; massgebend ist die zuständige Behörde (Schifffahrtsamt deines Kantons).

Worum es geht

Wer in der Schweiz ein Motorboot mit mehr als 6 kW Antriebsleistung oder ein Segelschiff mit mehr als 15 m² Segelfläche führen will, braucht den Schiffsführerausweis der Kategorie A bzw. D. Der Kurs behandelt die Binnenschifffahrtsverordnung (BSV) von Ausweisen und Pflichten über Lichter, Schallzeichen, Tafeln und Tonnen, Vortritt und Uferzone bis zu den Fliessgewässern, dazu Seemannschaft, Wetter, Navigation, Motorboot- und Segeltechnik sowie Schiffssicherheit nach dem Prüfungsprogramm in Anhang 19 der BSV. Ein eigenes Thema gilt den Sonderregeln auf dem Bodensee (Bodensee-Schifffahrts-Ordnung), dem Genfersee (schweizerisch-französisches Reglement) sowie dem Langensee (Lago Maggiore) und dem Luganersee (Abkommen mit Italien). Wie an der Prüfung hat jede Frage drei Antworten, von denen eine oder zwei richtig sind.

Was der Kurs enthält

Themen

  1. Recht, Ausweise, Papiere

    Wann ein Führerausweis nötig ist, welche Kategorien und Altersgrenzen gelten und wie Prüfung, Schiffsausweis, Kennzeichen, Versicherung und Vermietung geregelt sind.

    54 Fragen

  2. Allgemeine Pflichten, Alkohol, Unfall, Umwelt

    Verantwortung des Schiffsführers, Sorgfalt und Belastung, Verhalten bei Unfällen und Hilfeleistung, Alkohol- und Drogengrenzwerte sowie Gewässer- und Lärmschutz.

    49 Fragen

  3. Lichter und Tagsignale

    Welche Lichter Schiffe bei Nacht und unsichtigem Wetter führen und welche Bälle, Flaggen und Tafeln sie bei Tag zeigen – vom Topplicht des Motorboots über das grüne Rundumlicht der Vorrangschiffe bis zu Fischer-, Taucher- und Notzeichen.

    90 Fragen

  4. Schallzeichen

    Dauer und Bedeutung der Schallzeichen der Schiffe: Manöverzeichen, Begegnungs- und Hafenzeichen, Nebelsignale und Notzeichen sowie die vorgeschriebenen Schallgeräte.

    35 Fragen

  5. Wasserzeichen, Tafeln, Tonnen, Sturmwarnung

    Die Schifffahrtszeichen nach BSV Anhang 4 verbieten, gebieten, beschränken, empfehlen oder geben Hinweise – sie gelten zusätzlich zu den Verkehrsregeln. Dazu kommen gelbe Kugeln für Sperr- und Sportflächen, rote Zylinder und grüne Kegel für Fahrrinnen, Kegelzeichen für Untiefen sowie die orangefarbenen Sturmwarnlichter.

    79 Fragen

  6. Vortritt und Begegnung

    Wer wem ausweicht, regelt die BSV in einer festen Rangordnung: Vorrangschiffe (Kursschiffe zuerst), Güterschiffe, Berufsfischer mit Zeichen, Segelschiffe, Ruderboote; Segel- und Drachensegelbretter weichen allen aus. Unter gleichrangigen Motorschiffen gelten Kreuzungs-, Gegenkurs- und Überholregel, unter Segelschiffen die Windseite und Luv/Lee.

    90 Fragen

  7. Uferzone, Wassersport, Baden, Tauchen, Fischerei

    In den Uferzonen (150 m innen, 300 m aussen) gelten für Motorschiffe 10 km/h und innen eine Zweckbeschränkung; Schilf & Co. sind mit in der Regel 25 m Abstand zu meiden. Wassersport, Baden, Tauchen und Fischerei haben eigene Zeiten, Abstände und Zeichen, Veranstaltungen brauchen eine Bewilligung.

    50 Fragen

  8. Schlechte Sicht, Nacht, Funk/Radar, Notfall

    Bei Nebel, Schneetreiben oder starkem Regen gelten besondere Pflichten: angepasste Geschwindigkeit, Lichter und Nebelsignale, Mindestausrüstung für die Ausfahrt und strenge Anforderungen an die Radarfahrt mit UKW-Kanal 16. Wer in Not ist, ruft mit festgelegten Zeichen Hilfe herbei; wer Not bemerkt, muss helfen.

    35 Fragen

  9. Fliessgewässer und Kanäle

    Auf Flüssen und Kanälen gelten eigene Regeln: Ausweichen nach Steuerbord, der Bergfahrer wartet vor Engstellen und Brücken, wer überquert, weicht aus. Strömung verändert jedes Manöver – angelegt und gewendet wird gegen den Strom.

    35 Fragen

  10. Seemannschaft: Knoten, Festmachen, Anker, Ausrüstung, Rettungsmittel

    Wer ein Schiff führt, muss es sicher festmachen und ankern können und die vorgeschriebene Ausrüstung kennen. Die praktische Prüfung verlangt das Belegen an Klampe, Poller, Ring und Pfahl und mindestens 4 Knoten.

    70 Fragen

  11. Wetterkunde für Schiffsführer

    Wind und Wetter entscheiden auf Binnenseen über die Sicherheit: Böen können innert Minuten einfallen. Wer Sturmwarnung, Beaufort-Skala, Bise, Föhn, Thermik, Gewitter und Nebel kennt, reagiert rechtzeitig – die Beurteilung des Wetters ist Teil der praktischen Prüfung A und D.

    50 Fragen

  12. Navigation: Karte, Kompass, Peilung

    Auf grossen Seen, bei Dunst oder Nebel muss man den eigenen Standort bestimmen und einen Kurs festlegen können. Die praktische Prüfung A und D verlangt Kursbestimmung auf der Karte und Standortbestimmung durch Peilung; dazu gehören Kompasslehre, Kartenlesen und Zeit-Strecke-Rechnungen.

    35 Fragen

  13. Motorboot: Manövrieren und Technik

    Wer ein Motorboot führt, muss sein Manövrierverhalten kennen: Radeffekt, ausscherendes Heck, Einfluss von Wind und Strömung, Gleitfahrt und Wellenbildung. Dazu kommen der sichere Umgang mit Kraftstoff, Motorpflege bei Störungen, Schleppen und das Mensch-über-Bord-Manöver.

    50 Fragen

  14. Segeltechnik

    Wer ein Segelschiff führt, muss die Kurse zum Wind, Wende, Halse und Aufschiessen sicher beherrschen, die Segel richtig trimmen und rechtzeitig reffen. Dazu gehören Grundbegriffe von Rigg und Segel, Stabilität und Kentern, Luv- und Leegierigkeit sowie die Bestimmung der Segelfläche nach Anhang 12.

    60 Fragen

  15. Schiffssicherheit und Notfälle

    Brand, Wassereinbruch, Grundberührung, Kollision und Mensch über Bord verlangen schnelles, geordnetes Handeln. Zuerst werden Menschen geschützt, dann das Schiff; wer kann, leistet Hilfe und ruft wenn nötig Hilfe herbei.

    45 Fragen

  16. Spezialregeln Bodensee, Genfersee, Lago Maggiore/Lugano

    Auf den Grenzgewässern gelten Staatsverträge mit eigenen Regeln, die teils strenger sind als die BSV: am Bodensee die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung (BSO), am Genfersee das schweizerisch-französische Reglement, am Langensee (Lago Maggiore) und Luganersee das Abkommen mit Italien samt Reglement.

    43 Fragen

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